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Where have all the flowers gone? Wo sind unsere Blumenwiesen?

Nur eine sachgerechte Nutzung kann unsere Blumenwiesen erhalten.

Im Februar 2018 hatten wir zusammen mit dem Obst- und Gartenbauverein Tübingen am 15. Februar um 19 Uhr in Kiebingen im Vereinsheim des OGV Kiebingen (Malushaus, hinter der Gärtnerei Geiger) veranstaltet:
Unter dem Titel

Gesundende Landschaften durch artenreiche Mähwiesen


berichtete Hans Christoph Vahle von der Universität Witten-Herdecke über die Vielfalt der Wiesentypen, ihre Entstehung und ihre Vorteile nicht nur für die Landschaft, sondern auch für die Landwirtschaft.
Gefolgt von einem lebhaften Austausch beschrieb er den Unterschied einer kräuterreichen Wiese gegenüber der Vielschnitt-Wiese: Während diese sozusagen Fastfood für die Tiere darstellt, bietet die kräuterreiche Wiese eine Vollwert-Malzeit. Dabei stellt das Gras das "Brot" dar, die Leguminosen bieten das Eiweiß, Pflanzen wie Löwenzahn oder ähnliche den "Salat" und schließlich die Doldenblütler die "Gewürze".
Kühe, die Milch geben sollen, können zwar nicht alleine mit dem Heu solcher Wiesen errnährt werden. Aber mit dem Heu dieser Wiesen als Beifutter verbessert sich die Tiergesundheit. Zudem kann es ökonomisch sinnvoll sein, solche Wiesen auf weniger nährstoffreichen Flächen zu kultivieren, anstatt sie mit großem Aufwand aufzudüngen. Auch bei schwieriger Zufahrt ist es zeit- und geldsparend, wenn nur zwei Mal im Jahr gemäht werden muss.

Auch zur Entstehung und zur Wiederherstellung von blütenrichen Wiesen gab es Interessantes zu erfahren:
So lässt sich historisch nachweisen, dass der Glatthafer, der einen der gängisten Mähwiesentypen kennzeichnet, aus dem oberitalienischen Raum stammt und durch gezielte Importe über Frankreich nach Südwestdeutschland und ins restliche Deutschland gelangte. Da diese Saatgut-Importe bis zu 40% "Verunreinigungen" enthielten, wird klar, dass damit auch die Kräuter und Wiesenblumen mit importiert und angesät wurden.
Die meisten dieser Samen haben jedoch nur eine begrenzte Keimfähigkeit, die bei etwa 5 Jahren liegt. Werden also durch Düngung und das damit stark wüchsige Gras, verbunden mit häufiger Mahd, die Blumen dun Kräuter verdrängt, ist eine Rückentwicklung zur blütenreichen Wiese nach einigen jahren nicht mehr möglich.
Aufgrund der skizzierten Entstehungsgeschichte der Mähwiesen plädiert Hans-Christoph Vahle deshalb auch ganz klar für die Wiedereinsaat von Kräutern und Wiesenblumen auf Flächen, die wieder in artenreiche Mähwiesen zurückgeführt werden sollen.

Was ist das Charakteristikum kräuterreicher Mähwiesen? Wie sollen sie gepflegt bzw. genutzt werden?

Wiesenblumen brauchen Licht zum Wachstum. Auf vielen Wiesen wächst aber das Gras so stark, dass die Blumen geradezu überwuchert werden. Ohne Licht und unter der Wurzelkonkurrenz des Grases gehen sie ein. Besonders schnell - und schneller als die Blumen - wächst das Gras auf gedüngten Wiesen. Aber selbst ohne Dünger wird eine Wiese ohne Nutzung und Abräumen des Mähguts mit der Zeit überdüngt:

Jährlich rieseln mit Regen und Staub 30, regional sogar 40 kg Stickstoff (die bekannten Stickoxide) aus Hausheizungen, Motoren und Industriefeuerungen auf die Wiesen. Wird das Mähgut nicht abtransportiert, sammelt sich dieser Dünger in kurzer Zeit so an, dass die Blumen "ersticken". Dann gibt es bestenfalls nur noch im Frühjahr einige Wochen einen gelben "Löwenzahn-Aspekt". Dann wird die Wiese zur "grünen Hölle ohne Nahrung für blütenbesiuchende Insekten. Imker wissen das: Viele müssen schon im Juni ihre Völker zusätzlich füttern.

Eine blühende Landschaft erfordert also eine "Nutzung" der Wiesen. So sind sie entstanden und nur so können sie erhalten oder wieder hergestellt werden. Wie das geht, und wann die richtige Zeit zum Mähen ist, können Sie im Artikel über das Mähen und Heuen lesen.

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26.11.2018

"Blöde gibt es viele, am Rhein und auch..." (K.F.Waechter, Anti-Struwwelpeter) und offenbar auch am Neckar. In der Nacht wurde unser Schild an der Patenwiese, das auf die besondere Pflege hinweist, umgetreten. Dabei sind die Randalierer auch in den in nächster Nähe gelegenen Wespenspinnen-Konkons rumgelatscht. Wir hoffen, es hat ihnen (den Wespenspinnen) nicht allzu viel gemacht. Einen der Kokons, der nun ganz exponiert war, haben wir jetzt in unseren Garten umgesiedelt und mit einem Drahtnetz-Schutz gegen Vögel versehen. Der andere hängt noch draußen auf der Wiese, wir lassen ihn, um ihn weiter zu beobachten.

11.09.2018

Aufgrund der trockenen Witterung mussten wir unsere Herbst-Sensenkurse ausfallen lassen. Es war einfach zu wenig gewachsen. Um die Wiese nicht über den Winter mit überständigem Gras stehen zu lassen, haben wir die Tiere der Wagenburg Kuntabunt, eine Kuh mit Kälbchen und einen Ochsen, das, was gewachsen ist, abweiden lassen. Den Kuhdung von der Wiese haben die Gemeinschaftsgärtner*innen vom "grünen Tilsiter" nebenan gerne für ihren Kompost genommen. So haben wir keine lokale Überdüngung. In so einem Netzwerk können viele profitieren: Die Wagenburg-Tiere, die Gemeinschaftsgärtner*innen und wir selbst bzw. unsere Wiese auch.

12.01.2018

In letzter Zeit wurde verschiedentlich gefordert, zum Erhalt der Insektenwelt mehr Wiesen zu beweiden, statt zu mähen. Lesen Sie dazu in unserem Blog auf der Seite Mähen.

25.09.2017:

Heute geht unsere Seite online. Wir haben als Laien einige Zeit daran gearbeitet. Wenn Sie Tipps zur Verbesserung haben, können Sie uns diese gerne schicken. Am liebesten inklusive Code : )

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